Begegnungen mit den bösen bösen Asylanten

Begegnungen mit den bösen bösen Asylanten

Heute habe ich es doch gewagt mit meinem E-Rollstuhl eine Strecke zu wählen, die eigentlich eine ganz Gefährliche ist. Ich fuhr doch wirklich an einem sogenannten Ankerzentrum vorbei. Ankerzentrum bedeutet: Zentrum für Ankunft, Entscheidung, Rückführung“, aha. Die Flüchtlinge kommen an, irgendwer trifft eine Entscheidung und danach werden sie an die Hand genommen und zurück geführt. Warum dann erst eine Entscheidung, wenn sie sowieso zurück geführt werden? Oder verstehe ich da etwas falsch?

Kommen wir doch zu meiner gefährlichen Fahrt zurück. Man hört und liest die schrecklichsten Horrorgeschichten, wie brutal, unhöflich und gewalttätig diese Menschen aus Afrika, Syrien und Afghanistan sind. Man müsse sich in Acht nehmen, sie vergewaltigen, rauben und töten. Mir wurde schon ganz anders. Werde ich an meinem Ziel heil ankommen? Ich kam nach einer Weile in die Nähe dieses Lagers, ich näherte mich der dortigen Bushaltestelle, farbige Gestalten waren zu sehen, mir schauderte, wie würden sie auf mich wehrlosen Rollstuhlfahrer reagieren? Nichts von meinen schlimmsten Befürchtungen erfüllte sich, nein im Gegenteil. Einige grüßten freundlich, eine junge Frau winkte mir fröhlich zu. Das sollten nun die bösen Asylanten sein, von denen die Medien voll sind? Nein die hier gehörten mit Sicherheit nicht dazu!

Was würde mich aber auf meinem weiteren Weg erwarten, man weis ja nie. Auf den nächsten 2 Kilometer begegnete ich noch mehreren Erdenbewohnern aus anderen Erdteilen. Manche kreuzten meinen Weg ohne mich zu beachten, wieder Andere grüßten freundlich. Ich frage mich was in den sozialen Medien verbreitet wird? Was ich hier erlebe hat mit den Schauergeschichten nichts zu tun.

Wir sollten vielleicht mehr den einzelnen Menschen betrachten und nicht das Negative allen Fremden überstülpen!

Wenn ich in unserer Stadt Menschen aus Afrika sehe, dann geht mir als erster Gedanke durch den Kopf, was dieser bereits schreckliches hinter sich hat. Ich freue mich für sie, dass er/sie die Grausamkeiten hinter sich hat, Was mussten sie erleben, die mörderische Flucht durch halb Afrika, der Wüste, dann die libyschen Schergen die mit EU-Geldern die Geflohenen misshandeln und versklaven. Dann noch die lebensgefährliche Flucht über das Mittelmeer.

Genau an diesem Punkt schäme ich mich ein Europäer zu sein.

Wo bleibt der Aufschrei jedes einzelnen sozial denkenden Bürgers, wo bleibt die Rebellion der Kirchen?

Wer von uns würde eine so gefährliche Flucht auf sich nehmen, wenn er nicht in existentieller Not leben würde. Sind wir doch mal ehrlich, was sind die Ursachen für die große Not auf dem afrikanischen Kontinent? Neben den Kriegen um Rohstoffe sind es zu einem großen Teil wir Europäer die den Menschen in Afrika die Lebensgrundlagen stehlen.

Wenn unsere Fischfangflotten die Fischgründe vor Afrika leer fischen, dann rauben wir den Küstenbewohnern die Lebensgrundlage. Wenn unsere überschüssigen Molkereiprodukte von der EU subventioniert nach Afrika verkauft werden um dort zu Dumpingpreisen angeboten zu werden, ja dann geben wir Europäer der dortigen Milchwirtschaft den Todesstoß. Wenn unsere Wohlstandsgesellschaft die -beinlosen Hähnchen tiefgefroren in Afrika zu Billigstpreisen entsorgt, zu Preisen, bei den kein Hühnerzüchter vor Ort mithalten kann, ja dann nehmen wir EU-Bürger den Menschen dort jegliche Existensgrundlage.

Können wir dann noch ruhigen Gewissens uns über die Flüchtlinge auslassen? Ich denke nein, zumal in Anbetracht des drohenden Klimawandels werden wir die Menschen auf der nördlichen Erdhalbkugel uns auf noch viel mehr Klimaflüchtlinge einstellen müssen. Wenn in der Äquatorzone keine Existenz mehr möglich ist, spätestens dann werden sich die Massen in Richtung Norden aufmachen. Wenn dann die Verteilungskämpfe um Wasser und Nahrung beginnen und jegliche staatliche Ordnungen zusammen brechen, dann werden unsere heutigen Kinder sich wehmütig an vergangene Zeiten zurück erinner, an Zeiten als die wenigen Flüchtenden für alles Negative verantwortlich gemacht wurden. Unsere Kinder und Kindeskinder werden lachen über unsere Sorgen und Ängste, um die wenigen Flüchtlinge die in unserer Zeit ihr Heil bei uns gesucht haben.

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